Bibendum

Bibendum-Tafel (1898 via wikimedia commons)

Bibendum-Tafel (1898 via wikimedia commons)

Bibendum? Das ist der Name des Michelin-Männchens. Bibendium ist einer der bekanntesten Brands weltweit und hat eine über 100-jährige Geschichte auf dem Buckel.

Die Gebrüder Edouard und André Michelin waren in den 1890er Jahren auf der Suche nach einer Werbefigur für ihre Reifenware (Pneus). Als André auf den Karikaturisten O’Galop traf, zeigte ihm dieser eine Werbezeichnung für eine Münchner Brauerei, die gerade erst zurückgewiesen wurde. Darauf war ein dicker Bayer mit einem Bierkrug in der Hand zu sehen. Darüber thronte der Schriftzug “Nunc est bibendum!”, ein Zitat des römischen Dichters Horaz, das soviel bedeutet wie “Jetzt wird getrunken!”.

André Michelin wiess den Zeichner pragmatischerweise an, den dicken Bayern einfach durch ein Männchen aus Reifen zu ersetzen – und fertig war der Repräsentant der jungen Marke Michelin. Auf der Tafel aus dem Jahre 1898 steht Bibendum in der Mitte, ist umringt von seinen Reifenherstellerkonkurrenten, und lädt zum Anstossen mit einem Getränk aus Scherben und Nägel ein. “Der Michelin-Reifen trinkt Hindernisse” ist sinngemäß der Spruch, der die Tafel ziert.

Bibendum am Londoner Michelin house (Michel wal / wikimedia commons)

Bibendum veränderte sein Aussehen mit den wechselnden Moden. So verlor er gegenüber seiner ursprünglichen Version seine Brille und seine Zigarre, nahm um einige Reifen ab (von Fahrrad-zu-Auto-Reifen-Dimension) und wurde rundherum schlanker. Über die Jahre kam es auch zu einigen Gastauftritten und Cameos.

 

  • Die Ghostbusters-Figur des Marshmallow-Man war mitunter von Bibendum inspiriert (siehe hier)
  • In der englischen Übersetzung von “Asterix bei den Schweizern” ist Bibendum der Streitwagen-Räder-Händler, über den sich Obelix lustig macht (siehe hier)
  • Im preisgekrönten Animations-Kurzfilm Logorama werden alle Einsatzkräfte der Polizei von Bibenda verkörpert (Logorama auf vimeo)

 

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