Das Triummulierat des Schicksals

Die Moiren (via wikimedia.org)

Es ist spannend, dass sich in den verschiedensten europäischen Mythenkreisen immer wieder ein Triummulierat, die weibliche Form eines Triumvirates, finden lässt, das über das Schicksal der Menschen entscheidet.

So waren es im antiken Griechenland drei Frauen, die Moiren, die über das, durch einen Faden symbolisierte, Leben entschieden. Namentlich zum einen Klotho, die den Faden spann, des Weiteren Lachesis, welche, je nach Auslegung, über die Länge des Fadens entschied oder diesen zu einem Stoff verwebte und schlussendlich, Atropos, die den Faden abschnitt.

In der römischen Mythologie entsprechen den Moiren die Parzen, Nona, Decima und Parca, die im Gefolge von Jupiter das Schicksal lenkten. Aber auch in der nordischen Mythologie tauchen drei schicksalsbestimmende Frauen auf. Das Triummulierat der Nornen, bestehend aus Urd, Verdandi und Skult. Laut der Edda wohnen sie am Fuß der Weltenesche und spinnen dort die Schicksale der Menschen. Und auch sie stehen symbolisch sowohl für die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft, als auch für Geburt, Leben und Tot.

Die Nornen (via wikimedia.org)

Im Zuge der Christianisierung Europas wurde versucht, diese Gestallten der Mythologie in das christliche Glaubenskonstrukt zu integrieren und so verschmolzen die für Geburt und Leben Zuständigen Beiden zu einem, dann auf die Jungfrau Maria projizierten Bild. Eine  totbringende Frau passte jedoch nicht ins Konzept und so wurde dieser Teil des Triummulierats abgetrennt und auf die Gestalt der Hexe projiziert.

In England, wo die drei Schicksalsgöttinnen als Weired Sisters Einzug in den Volksglauben gefunden hatten, wurde der Totbringerin das Schwein als Tier zugeordnet und so finden sich einige Geschichten von den Inseln, die von totbringenden Schweinen erzählen. Zum Beispiel die zuletzt auf Trift nacherzählte, von Bargum und das Schwein. Zu einer wirklich schönen Umsetzung der Bargum-Geschichte kommen wir das nächste Mal, im letzten Teil dieser Dreierserie. Dann hoffen wir mal, dass bis dahin Atropos die Schere nicht auskommt.

Die Weired Sister der grazer Theatergruppe The Pennyless Players (via uni-graz.at)

 

Weiterführende Links:

Comment this ...

(Your email address will not be published)