Gesäuseshoefiti

Schuhbaum in Kopenhagen (Karen Mardahl / wikimedia commons)

Schuhbaum in Kopenhagen (Karen Mardahl / wikimedia commons)

Auf Reisen, aber auch in Österreich, habe ich im öffentlichen Raum schon öfters Schuhe baumeln sehen – von Bäumen, Straßenlaternen, Oberleitungen, Verkehrsschildern und vielen anderen Objekten, die ein abgehobenes Hängenbleiben von geworfenen Schuhpaaren erlauben. Abgesehen davon, dass ich diesem Brauch ästhetisch etwas abgewinnen kann, bliebt mir der tiefere Sinn dieser Schuhsymbolik bis heute verborgen.

Woher der Trend stammt, der sich seit den 1990ern weltweit verbreitet, ist bis heute nicht restlos geklärt, und mannigfaltige Entstehungsgeschichten ranken sich um den modernen Brauch. Zudem schwankt die Bedeutung der hängenden Schuhe regional und erschließt sich oft nur Einheimischen. So heißt es, in Schottland würden die Schuhe bedeuten, ein junger Herr in der Nachbarschaft hätte unlängst seine Unschuld verloren. In manchen Vierteln von US-Städten sollen die Schuhe Drogenbuden oder Gang-Reviere markieren. Andernorts baumeln wiederum die Schuhe von lokal Verstorbenen als Warnung oder auch als positive Erinnerung.

Ohne tiefergreifende Symbolik hängen sicher auch viele Schuhe von Betrunkenen oder anderen Spassvögeln in der Gegend herum. Oder man erhöht die ganze Sache und rühmt sich als Stadt, Region oder Kunstverein, einen eigenen Schuhbaum zu besitzen: So sind “berühmte Schuhbäume” in einigen Städten der USA, in Newcastle, Berlin, München oder Kapfenberg zu sehen. In der genialen Politsatire Wag the dog dient der Brauch mit den hängenden Schuhen gar zur Manipulation der Massen.

Was sich mir trotz dieser vielen Erklärungsansätze nicht erschließt, ist die Bedeutung der hängenden Schuhe im Wald  zwischen Johnsbach im Gesäuse und Radmer an der Hasel (“Gspitzter Stein” bei google maps). Schön anzusehen sind sie jedenfalls – und luftig hängen sie auch, die Nike Air.

Quellen / Weiterführende Links

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