Hideout #2

Südostküste der Bouvetinsel, von Fritz Winter handkolorierte Schwarzweißphotographie (1898) (Wikimedia Commons)

Südostküste der Bouvetinsel, von Fritz Winter handkolorierte Schwarzweißphotographie (1898) (Wikimedia Commons)

Wir haben schon gelesen, dass es nicht nur der Traum von Kindern zu sein scheint, sich zu verstecken. Wer es wirklich ernst meint, der verabschiedet sich am besten auf die Bouvetinsel. Denn diese gehört zu den am schwierigsten erreichbaren und einsamsten Inseln der Erde. Umgangssprachlich wird gesagt, es seien mehr Menschen auf dem Mond gewesen als auf der Bouvetinsel. Dies stimmt zwar nicht ganz, jedoch ist die Bouvetinsel fast gleich schwer zu erreichen.

Die Vulkaninsel liegt im Südatlantik, 2500 Kilometer südwestlich des Kaps der Guten Hoffnung und ist ein von Norwegen abhängiges Gebiet. Mit einer Fläche von 49 km² ist sie zu 93% von Gletschern bedeckt. Anlegemanöver sind nur in einer einzigen Bucht und ausschließlich bei vorherrschendem Ostwind möglich.

Das Klima auf der Bouvetinsel ist derart rau, dass sich die Vegetation lediglich aus einigen Flechten, Moosen und Pilzen zusammensetzt. Gefäßpflanzen fehlen auf der Insel gänzlich. Die terrestrische Fauna umfasst lediglich vier Milbenarten und drei Arten von Springschwänzen.

Entdeckt wurde die Insel bereits 1739 von dem französischen Seefahrer Jean-Baptiste Charles Bouvet de Lozier, nach dem sie auch benannt ist. Eine Landung gelang ihm jedoch nicht und so hielt er die Insel für ein Nordkap der Terra Australis. Es dauerte bis 1822 bis Benjamin Morrell vom Walfänger Wasp eine erste Landung gelang. Späteren Forschungsreisenden war es nicht möglich die Insel zu finden. Erst 1898 wurde sie von der deutschen Valdivia-Expedition wiederentdeckt und sorgfältig kartographiert.

Versuche eine Forschungsstation zu errichten blieben lange erfolglos. 1928 wurde eine Depothütte errichtet die bereits im darauffolgenden Jahr verschwunden war. Erst 1977 gelang es Norwegen eine automatische Wetterstation zu installieren. Von Dezember 1978 bis März 1979 hielt sich sogar ein norwegisches Forschungsteam auf der Insel auf und führte biologische und geologische Forschungsarbeiten durch. Die zu diesem Zweck errichteten Hütten gingen jedoch bald verloren. 1996 verankerten die Norweger einen 36m² großen Wohncontainer auf der Insel. 2007 stellte man fest, dass auch dieser verloren ging. Offenbar war das gesamte Stationsgelände bei einem Erdrutsch ins Meer gestürzt.

Immerhin, die Bouvetinsel hat ihre eigene Top-Level-Domain: .bv.

Comment this ...

(Your email address will not be published)