Kollaboratives Schreiben in der Öffentlichkeit

Korrigierte Infotafel im Nationalpark Gesäuse

Korrigierte Infotafel im Nationalpark Gesäuse

Fast jedermensch kennt kollaboratives Schreiben, zumindest dessen Resultat am Beispiel der Wikipedia. Eric Lauer beschreibt es so: „Einer weiß viel, zwei wissen mehr und alle wissen alles. Wikipedia nennt dies das Wiki-Prinzip.“ Da einzelnen Autoren nicht alle Quellen zur Verfügung stehen und ihnen gegebenenfalls auch Fehler unterlaufen, ermöglicht kollabortives Schreiben für gewöhnlich akkuratere Texte.

Was tut man nun, wenn man im öffentlichen Raum Texte liest, die verbesserungswürdig erscheinen? Da im RL entsprechende Werkzeuge der IT-gestützten Textverarbeitung fehlen, kann man den AutorInnen eine Meldung zukommen lassen. Manch’ einer schreitet gar zu drastischeren Maßnahmen und greift direkt ein. Wer weiß, wie viele Menschen sonst im Vorbeigehen fragwürdige Informationen aufnehmen?

Auf einer Informationstafel im Nationalpark Gesäuse fand ich ein gutes Beispiel für eine solche Situation. Hier wurde brachial, mit Farbstift, die Information, dass sich im Dolomit keine Höhlen bilden würden, einfach durchgestrichen und mit “falsch!” kommentiert. Meinen Recherchen zufolge stimmt das auch wirklich nicht. Dolomit wird zwar schwerer als Kalk durch Wasser gelöst, aber er wird, immerhin. (and caves not only devolop due to weathering).

Zugegeben, die Grenze zwischen Vandalismus und gut gemeinter Korrektur ist in manchen Fällen sehr schmal. Da Info-Tafeln aber oft den Eindruck erwecken eine zuverlässliche Quelle lokalen Wissens zu sein, könnte ein kleiner Hinweis darauf nicht immer alles zu glauben, was geschrieben steht, durchaus berechtigt sein.

P.S. Ich war’s nicht!

Quellen / Weiterführende Links

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