Konfokalmikroskopische Kunstformen der Natur

Wie oft habe ich mich schon selbst daran erinnern müssen,
dass uns eigentlich viele der schönsten Dinge im Leben ständig umgeben,
und wir sie einfach nicht (bewusst) wahrnehmen?

Igor Siwanowicz ist Neurobiologe und Naturfotograf. Als ich seine Mikroskopfotografien vor kurzem das erste Mal sah, musste ich sofort an Ernst Haeckels Kunstformen der Natur denken. Auch Siwanowicz macht mit seiner Fotografie die gestalterische Fülle der Natur sichtbar, die uns sonst vielleicht verborgen bliebe.

Fühler einer Motte (Igor Siwanowicz / via thisiscolossal.com)

Fühler einer Motte (Igor Siwanowicz / via thisiscolossal.com)

Während sich Haeckel vor über 100 Jahren in genauer Beobachtung und bildnerischer Kunstfertigkeit übte, um dem realen Vorbild nicht Unrecht zu tun, bedient sich Siwanowicz eines modernen Konfokalmikroskops. Bei dieser speziellen Art der Mikroskopie werden jeweils nur minimale Ausschnitte eines Objekts abgelichtet und anschließend zu einem Gesamtbild zusammengefügt. Dieses punktweise Abtasten liefert extrem hohe Kontraste und eine Bildschärfe, die mit gewöhnlichen Lichtmikroskopen nicht möglich wären.

Zieralgen-"Mandala" (Igor Siwanowicz / via thisiscolossal.com)

Zieralgen-“Mandala” (Igor Siwanowicz / via thisiscolossal.com)

Siwanowiczs Bilder sind nicht nur optisch ansprechend, sie zeigen auch wie viel mechanische Raffinesse im Kleinen verborgen liegt. Wie schafft es ein dicker Schwimmkäfer auf der Wasseroberfläche zu stehen? Ein Blick auf die 100-fach vergrößerte Aufnahme eines seiner “Füße” gibt zumindest eine Ahnung davon, dass es mechanisch nicht ganz trivial sein dürfte.

100-fache Vergrößerung eines Schwimm-Tarsus (Igor Siwanowicz / via synapticstimuli.com)

100-fache Vergrößerung eines Schwimm-Tarsus (Igor Siwanowicz / via synapticstimuli.com)

Quellen / Weiterführende Links

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