Morgen mach ich blau …

Graffiti an einer Grazer Hauswand

Dieser Satz klingt des Öfteren sehr verlockend, doch woher diese Redensart stammt ist nicht geklärt. Es gibt dazu unterschiedlichste Erklärungsansätze. Einen find ich besonders schön, auch wenn er eventuell nicht der Wahrheitsnächste ist.

Demnach soll „blau machen“ von den Indigofärbern des Spätmittelalters stammen. Diese benutzen Urin um den Farbstoff aus der Indigopflanze oder dem Färberwaid zu lösen. Durch die Beigabe von Alkohol konnte der Farbstoffausstoß  um einiges erhöht werden. Da Alkohol aber ein wertvolles Gut war, kippte man ihn nicht direkt in die Pisse sondern sich erst einmal einen hinter die Binde und schied den Alkohol dann mit dem Urin wieder aus.

Des Weiteren müssen mit Indigo gefärbte Stoffe einige Stunden in der Sonne hängen, damit der Farbstoff oxidiert und seine blaue Farbe entwickelt. In dieser Zeit ruhte dann die Produktion und demnach auch die Färber.

Ob diese Umstände wirklich den Begriff „blau machen“ geprägt haben ist mir eigentlich auch egal, aber ich finde die Vorstellung von in der Sonne sitzenden, betrunkenen Färbern passt schon ganz gut zu dieser Wendung.

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