Olentzero

Olentzero Figur (Utoluto / 2010 via wikimedia commons)

Olentzero Figur (Utoluto / 2010 via wikimedia commons)

Dass Weihnachtsbräuche einem historischen Wandel unterliegen, haben wir hier schon Anfang Oktober thematisiert. Angestossen wurde diese Geschichte dadurch, dass mir Ernesto, ein Freund aus dem Baskenland, diesen Sommer erzählte, dass bei Ihnen zu Weihnachten der Olentzero die Geschenke bringt. Obwohl er eine mythische Weihnachtsfigur ist, kann der Olentzero nur schwer mit dem Christkind oder dem Weihnachtsmann verglichen werden.

Olentzero ist ein Köhler, der einsam im Gebirge wohnt und jedes Jahr zur Winterzeit in die Dörfer hinuntersteigt. Für gewöhnlich wird er als fetter, schäbiger, mit Kohleflecken bedeckter Mann beschrieben, der es liebt, die Pfeife zu rauchen, gut zu essen und sich zu besaufen. Der Baskische Komponist und Schriftsteller Aita Donostia charakterisierte ihn gar als “Sturkopf ohne Intelligenz” oder als “dickes Schwein”.

Die verbreiteste Hypothese zur symbolischen Bedeutung des Olentzero besagt, dass die Figur aus den Zeiten vor der Christianisierung des Baskenlands stammt. Angenommen wird, dass im Baskenland zur Wintersonnenwende die Wiedergeburt von Natur und Sonne gefeiert wurde. Das Aussehen Olentzeros als dick, ungepflegt und alt symbolisiert die vergangene Zeit, sein Rauchen und das traditionelle Marschieren am heiligen Abend repräsentieren den Abschied von der “alten Zeit” und den Beginn einer neuen: Die alte Zeit stirbt, und der Weg für eine neue Zeit, voller Leben, wird frei.

Das Christentum adaptierte diesen lokalen Brauch später mit seinen Glaubensinhalten. Olentzero wurde zum Verkünder der Geburt Christi, zur christlichen Figur in Übereinstimmung mit der katholischen Lehre. In den letzten Jahrzehnten tut die Kommerzialisierung der Weihnachtszeit ihr übriges zum Wandel der Figur. Immer öfter ist der Olentzero als nichtrauchender, sauberer Mann zu sehen.

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