Perfekte Sicherheit

Joseph Bramah 1778 (Wikimedia Commons)

Joseph Bramah 1778 (Wikimedia Commons)

Wer sich nicht verstecken will, kann sich auch zu Hause einsperren um ungestört zu sein. Ungestört zu bleiben ist jedoch nicht selbstverständlich, denn Türschlösser sind eher so etwas wie eine soziale Hürde. Sicherheitstechnisch gesprochen ist beinahe jedes Schloss in relativ kurzer Zeit zu knacken, vorausgesetzt man weiß wie es geht.

Seit dem 3. Jahrtausend vor Christus verwenden wir Schlösser, um uns und unser Hab und Gut vor unerwünschtem Zugriff zu schützen. Trotz dieser langen Zeit an Weiterentwicklung und Modernisierung gab es in der Menschheitsgeschichte nur einen kurzen Moment, in dem wir den Status der Perfekten Sicherheit erreichten.

Bevor der englische Erfinder Joseph Bramah 1784 das Schloss neu überdachte, war die grundlegende Technik seit etwa 450 nach Christus unverändert geblieben. Bramah war überzeugt von seinem Mechanismus. Obwohl er ein Prospekt veröffentlichte, in dem er die genaue Funktionsweise seines Schlosses beschrieb, bot er demjenigen, der es schaffen sollte sein Schloss zu öffnen, 200 Guineas an. Nach heutigen Wert entspricht das ungefähr 28.000 Euro. Das Bramahs Schloss galt als absolut sicher.

“The artist who can make an instrument that will pick or open this lock shall receive 200 Guineas the moment it is produced.”

“The artist who can make an instrument that will pick or open this lock shall receive 200 Guineas the moment it is produced.” (via 99pi.org)

Tatsächlich blieb das Bramahschloss bis 41 Jahre nach dem Tod des Erfinders ungeöffnet. Der amerikanische Nachschließer Alfred Charles Hobbs überwand es schließlich. Leicht viel es ihm nicht, denn er benötigte dafür ganze 16 Tage. Seither ist nichts mehr wirklich sicher. Zum Vergleich: Das später erfundene Chubb’sche Schloss hatte er in wenigen Minuten geöffnet.

Joseph Bramah war ein Universalgenie. Er hatte schon als Kind Musikinstrumente entworfen und gebaut, und sich besonders durch Erfindungen in der Hydraulik ausgezeichnet. Sein Einfallsreichtum galt als grenzenlos. So ersann er neben hydraulischen Pressen und Pumpen für Wasserwerke auch die Zapfanlage, mit der noch heute in allen Pubs des Vereinigten Königreichs Bier ausgeschenkt wird.

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