Rezept für Moorbutter

Ein Fass voll Moorbutter

Ein Fass voll Moorbutter

Man nehme einige Kilo Butter oder Tierfett und stecke sie in einen Holzzuber, eine Schweineblase oder ein sonstiges, als ausreichend stilvoll erachtetes Behältnis. Daraufhin bringe man das Buttergefäß in das nächstgelegene Moor. Ob es sich dabei um ein Hoch- oder ein Niedermoor handelt spielt keine essentielle Rolle, vom Verfasser werden allerdings Hochmoore aufgrund ihres erhöhten Gruselfaktors bevorzugt. Man versenke die Butter samt Fass im Moor und warte je nach Geschmack 200 bis 3000 Jahre, und voilà: fertig ist die Moorbutter.

Prinzipiell wird es den alten Schotten und Iren um eine Konservierungs- und  Lagermöglichkeit für ihre leicht verderblichen Streichfette gegangen sein. Warum die Butterlager nicht wieder geleert wurden, ist ebenso wie die Frage, ob dem Versenken von Butter in Mooren eine kultische Bedeutung beizumessen ist, nicht vollends geklärt.

Fakt hingegen ist, dass ein irischer Torfstecher bei Arbeiten in der Grafschaft Meath (Republik Irland) vor kurzem einen der ältesten bekannten Moorbutterfunde entdeckt hat. Das wahrscheinlich noch genießbare, wenn auch nicht wohlschmeckende,  10kg-Butterstück wurde vermutlich vor 2000 Jahren ins Emlagh-Moor geworfen. Der Fund wurde dem Irischen Nationalmuseum übergeben und wird nun dort beforscht und konserviert. Dort lagert auch der älteste Moorbutterfund, der in der Grafschaft Kildare geborgen wurde und aus dem 1. Jahrhundert v. Chr. stammen soll.

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