Rinderschinken

Rinderschinken mit der Kapelle Mariahilf, im Vordergrund der Fluss Schwarzach (via Wikimedia Commons)

Rinderschinken mit der Kapelle Mariahilf, im Vordergrund der Fluss Schwarzach (via Wikimedia Commons)

Merkwürdige Ortsnamen gibt es viele und meistens kosten mich diese bloß ein seichtes Lächeln. Weil ich aber eine Vorliebe für köstliche Orts- und Straßennamen wie Serviettenknödelallee oder Bratlgasse habe, darf ich heute das Dorf Rinderschinken in die Liste meiner bevorzugten Adressen aufnehmen.

Ganz zufällig bin ich über den Rinderschinken gestolpert, der am Ufer der Schwarzach im Defereggental in Osttirol liegt. Zusammen mit ein paar Weilern, Rotten, Einzelhöfen, Almen und Schutzhütten bildet Rinderschinken die sogenannte Oberrotte in der Gemeinde St. Jakob in Defereggen. Der ausgefallene Ortsname „ist ein Hinweis auf die schlechten Weidegründe in diesem Bereich, da hier keine Möglichkeit bestand, Großvieh zu halten“. 1

Von 1923 bis 1981 blieb die Einwohnerzahl zwischen 39 bis 36 Bewohnern relativ konstant. Aktuelle Angaben sind leider schwer zu finden, da lediglich der Bevölkerungsstand von ganz St. Jakob i. D. veröffentlicht wird.

Auch wenn das Defereggental gemeinhin als Kältepol Österreichs bekannt ist, dürfte sich ein Besuch in Rinderschinken unweit des Großvenedigers in jedem Fall auszahlen!

Links:

  1. Georg Jäger: Kleinhäusler und Schellenschmiede, Früchtehändler und Pfarrwirte. Zur Tradition ländlicher Gewerbe in Tirol. Wagner, Innsbruck 2005, ISBN 978-3-7030-0409-4.

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