Sonnen- vs. Kellerkind

Dieser Beitrag wird uns von Mario Baumann präsentiert.
Frisch angesetzter Zirben

Frisch angesetzter Zirben

Ein kleines Experiment über den Geschmack eines Regionalgetränks durch unterschiedliche Reifeverfahren. Dass das Getränk schon längst über die Grenzen der Region bekannt ist, ist nicht unbedingt verwunderlich. Man setzt den Likör zur Heilung von Erkältungen ein, und der Geist wird eingerieben, um die Muskeln wieder zu regenerieren. Beide Vertreter werden aber auch nach dem Essen zur Verdauung getrunken. Doch bevor man das Getränk zu sich nehmen kann, muss es erst mal mit dem richtigen Verhältnis der Zutaten reifen.

Wer es noch nicht weiß, dem sag ich es jetzt: Bei diesem multifunktionalen Getränk handelt es sich um den Zirbenschnaps. Es gibt verschiedenste Weisen um dieses göttliche Getränk herzustellen. Und doch bleibt die Frage: “In der Sonne oder im Keller?” Dazu habe ich ein Behältnis mit den Zutaten auf der Fensterbank und das zweite, ident gefüllte, im Keller deponiert. Ich habe mich entschlossen den Zirbenschnaps 2 Wochen reifen zu lassen.

Wie man am Bild erkennen kann ist der Zirbenschnaps bereits am zweiten Tag schon schön rot. Auch der typische Geruch der Zirbe ist schon zu erahnen. Eine Woche später: Der Geschmack der Sonnenzirbe ist herber und schärfer, aber nicht schlecht für jene, die diesen Geschmack lieben. Hingegen hat die Kellerzirbe einen eher süßlichen Geschmack entwickelt. Vermutlich weil sich das Süßungsmittel im Keller nicht so schnell auflöst wie in der Sonne. Denn laut der Physik ist der Sättigungsgrad abhängig von der im Lösungsmittel enthaltenen Energiemenge. Durch Zufuhr von Wärme wird die Lösungsfähigkeit erhöht. Je wärmer das Lösungsmittel ist, um so mehr gelöste Stoffe kann es aufnehmen. Zum Beispiel kann ein Liter 10°C warmes Wasser ca. 1,9 kg Zucker lösen, während ein Liter 90°C warmes Wasser über 4 kg Zucker lösen kann.

Juhu es ist so weit! Die Zirbe ist nun zwei Wochen in den Behältern gereift. Es ist Zeit für die Verkostung: “Zu viel kann man wohl trinken, doch nie trinkt man genug“ (Gotthold Ephraim Lessing 1729-1781).

Fazit

Sommerkind: Nach zwei Wochen hat sich der Geschmack geändert. Die Zirbe ist nun süßlich mit einem leicht harzigen Beigeschmack, aber trotzdem im Nachgeschmack noch scharf. Damit man weiß was man trinkt :).

Kellerkind: Die Farbe ist deutlich stärker als bei der Sommerzirbe. Der Geschmack ist süßlich und mild. Dieser eignet sich hervorragend als Verdaunungsschnaps.

One thought on “Sonnen- vs. Kellerkind

  1. boahhh, ich bin stark beeindruckt! was für schmackhafte kinder du dia anlegst! mit was für nen alkohol hast sie angsetzt? weißn rum, vodka? oder is das einerlei?

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