Tagebuch eines Irren #3

Als ich klein war, lebte ein Junge namens Pavel in unserer Nachbarschaft. Er war ein sehr zurückhaltender Charakter und hatte kaum Freunde. Vor einigen Jahren traf ich ihn, und er erzählte mir, dass er beschlossen habe zu verschwinden – er wolle sein Leben künftig in einer Kommune auf einer der Kapverdischen Inseln verbringen. Auf meine Frage nach dem Grund für diesen Entschluss kramte er ein altes Tagebuch hervor und übergab es mir mit der Aussage, das ich alles verstehen würde, „wenn du DAS nur liest“. Da wir Pavel wohl nie wieder sehen werden und er sowieso meinte, ich könne mit dem Tagebuch machen, was ich wolle, wird es nun hier Stück für Stück veröffentlicht. Denn ich (alleine) verstehe nicht ganz, was ihn wohl bewegt hat.

Liebes Tagebuch,

ich bin geheilt … physisch! …doch die Schmerzen halten an! Sie verfolgen mich wie ein Phantom! unglaublich. Ich bete zu den Göttern mich zu heilen! Doch keiner hört mich – ausser die alte Frau in der Nebenwohnung, die schon zum 7. mal die Polizei ruft – doch die können auch nichts mehr für ich tun. ich spiele mit dem gedanken mich aus dem Fenster zu stürzen – ich tat dies schon gestern – doch sprang ich auf den alten mann der alten frau in der nebenwohnung – er hatte glück, da ich im erdgeschoß wohne. ich wollte mich schon früher umbringen – am krankenhausgelände – doch der fahrer erlitt grösseren schaden – ich warf mich vor einen elektrischen rollstuhl – der fahrer liegt jetzt auf einer elektrischen liegebahre und ich spiele mit dem gedanken mich vor diese zu werfen – doch es hätte doch keinen sinn! meine freunde, brodl und sabine, mit denen ich gestern im kino war, reden immer positiv auf mich ein, doch Es macht mich krank! dreckige optimisten, das leben ist schrecklich! doch ich mache karriere und veranstalte bald einen massenselbstmord – ich als suicide-king habe die besten voraussetzungen dafür.

Pavels Illustration #3

Pavels Illustration #3

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