(Un)geschützter Verkehr in Schweden

Obwohl eine Kommission für die Umstellung von Links- auf Rechtsverkehr in Schweden 2,7 Millionen Kronen veranschlagte, war die Verwirrung groß als der Dagen H gekommen war.

Umstellung von Links- auf Rechtsverkehr am Dagen H (© Jan Collsiöö, via Wikimedia Commons)

Umstellung von Links- auf Rechtsverkehr am Dagen H (© Jan Collsiöö, via Wikimedia Commons)

Dagen H, schwedisch für Tag H wobei H für schwedisch högertrafikomläggningen also ‚Rechtsverkehrumstellung‘ steht, markiert den Tag seit dem man in Schweden auf der rechten Straßenseite fährt. 500.000 Kronen wurden alleine in Informationsmaterial investiert, bevor man am 3. September 1967 um 5 Uhr die (Straßen)seiten gewechselt hat. Vier Stunden vor der Umstellung und eine Stunde danach war jeglicher private Autoverkehr untersagt – mancherorts sogar für 24 Stunden. In dieser Zeit wurden von freiwilligen Helfern, Einsatzorganisationen und Wehrdienstleistenden die Verkehrszeichen für den Rechtsverkehr umgebaut. Dazu wurde die Höchstgeschwindigkeit in Ortschaften um 10 km/h auf 40 km/h herabgesetzt und im Laufe eines Monats wieder auf das alte Niveau angehoben.

Ein H-Schild um daran zu erinnern auf welcher Straßenseite man fährt. (via Wikimedia Commons)

Ein H-Schild um daran zu erinnern auf welcher Straßenseite man fährt. (via Wikimedia Commons)

Im Detail sah die Umstellung folgendermaßen aus: Um 4:50 Uhr am Sonntagmorgen des 3. September mussten sämtliche Fahrzeuge auf der linken Straßenseite anhalten, nach einem kurzen Stopp die Straßenseite wechseln und dort bis 5 Uhr warten, bevor sie weiterfuhren. Über die Umstellung wurde im schwedischen Radio in einer Livesendung berichtet.

Im Grunde genommen dürfte die Umstellung ganz gut funktioniert haben, denn heute fahren nur noch die Stockholmer U-Bahn und die schwedische Eisenbahn auf der linken Seite.

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