Was ist der… Stein der Weisen?

Ein Alchemist in seinem Labor (David Teniers der Jüngere [Schüler] / 17. Jhdt. / wikimedia commons)

Ein Alchemist in seinem Labor (David Teniers der Jüngere [Schüler] / 17. Jhdt. / wikimedia commons)

Wird eine Lösung auf ein allfälliges Problem gefunden, so verweist man sprichwörtlich auf den “Stein der Weisen”. Man könnte meinen, die Metapher verweist auf den sagenumwobenen Stein von Rosette, der ja maßgeblich zum Verständnis der ägyptischen Hieroglyphen beitrug. Dem ist aber nicht so. Das, was ursprünglich als Stein der Weisen bezeichnet wurde, könnte vermutlich wirklich jedes Problem lösen. Gefunden wurde er aber bis heute noch nicht.

Als Stein der Weisen bezeichneten Alchemisten spätestens seit dem Mittelalter die Substanz, mit der sich unedle Metalle in edle Metalle, also vornehmlich Gold, verwandeln ließe. Gleichermaßen galt auch die Substanz, mit der alle Krankheiten kuriert werden könnten, als Stein der Weisen.

Obwohl sich die Alchemie auch der Erforschung anderer chemischer und pharmazeutischer Prozesse und Mittelchen widmete, war ihr oberstes Ziel immer die Findung dieses Universalelexirs. Dazu bedienten sie sich wunderlicher Methoden und Grundstoffe, wie “jungfräulicher Luft”, “lebendigem Mercurius”, Essig, Schwefel oder Salpeter, die in komplexen Apparaturen und Abläufen “subtilisiret”, “sublimiret” oder “sulphurisiret” wurden. Immer wieder taten sich Alchemisten hervor, denen die Umwandlung gelungen war. Deren Prozeduren gingen aber immer wieder verloren, oder wurden derart umständlich und kryptisch beschrieben, dass an eine Reproduktion nicht zu denken war. Als universelles Heilmittel kam zumindest Paracelsus, der sich auch in den alchemistischen Künsten übte, mit seinem Laudanum dem Stein der Weisen ziemlich nahe.

Bis Anfang des 19. Jahrhunderts existierten alchemisische Gesellschaften in Deutschland. 200 Jahre später hängt die Suche nach dem Opus magnum, dem Stein der Weisen, noch immer in unserem Sprachschatz fest. Wen wundert das? Auch wenn die Chancen schlecht stehen, ist die Vorstellung vom großen Gewinn mit geringem Mitteleinsatz ein permanentes menschliches Faszinosum. Wenn dem nicht so wäre, gäb’s heute wohl auch kein Glücksspiel.

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