Wenn Hummeln der Physik trotzen

Eine Mooshummel (wikimedia commons)

Eine Mooshummel (wikimedia commons)

Lange schon kursiert das Gerücht, dass Hummeln ob ihrer Statur eigentlich nicht fliegen können. Was augenscheinlich nicht wahr ist, begann ursprünglich als Scherz unter Studenten. Anfang der 1930er Jahre fragte anscheinend ein Biologe einen Aerodynamiker, wie denn der Hummelflug möglich sei. Nach kurzer Berechnungszeit folgte die Aussage des Physikexperten, dass Hummeln mit einem Gewicht von 1,2 Gramm bei 0,7 cm² Flügelfläche schlichtweg flugunfähig seien.

Im Volksmund kam diese Geschichte natürlich blendend an. Man hörte, dass Hummeln einfach nichts von Aerodynamik wüßten und genau DESWEGEN fliegen können, oder dass es ihnen egal sei und sie trotzdem fliegen.

Trocken betrachtet muss man sagen, dass eine Hummel kein Flugzeug ist. Mit schlichtem Vorwärtsschub und Kipprudern könnte sie vermutlich wirklich nicht fliegen. Hummeln schlagen ihre Flügel rund 200-mal pro Sekunde und das nicht linear sondern kreisförmig. Die Luftwirbel, die dadurch entstehen, tragen die Hummel erfolgreich gen Himmel fort. Was nicht mehr zu beweisen ist.

Nikolai Rimski-Korsakow hatte davon schon im Jahre 1899 eine Ahnung. Er komponierte seinen berühmten Hummelflug. Bei diesem Stück kann man dem Flügelschlag der Hummel regelrecht zuhören. Dass dann wiederum komische Menschen auf die Idee kamen, das Tempo wäre viel zu langsam, ist wiederum eine andere unglaubliche Geschichte. Man nehme nur Herrn Jörg Wachsmuth, der die Hummel in 56 Sekunden auf einer Riesentuba fliegen lässt.

 

2 thoughts on “Wenn Hummeln der Physik trotzen

  1. Übrigens können Hummeln schon ab einer Temperatur von 2°C ausfliegen. Dazu klinken sie ihre Flügel aus und vibrieren mit der Brustmuskulatur um sich aufzuwärmen. Honigbienen hingegen fliegen erst ab 10°C aus.

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