Wieso eigentlich Silvester?

Silvester (via pixabay.com)

Der Jahreswechsel ist vollzogen und die Blessuren der Silvester-Party hoffentlich schon verheilt. Doch wie kommt es eigentlich, dass unser Jahreswechsel den Namen eines schwarzweißen Comic-Katers des Looney-Toon-Ensembles trägt?

Um das zu klären, müssen wir wohl einen kleinen Exkurs in das ausgehende 16. Jahrhundert unternehmen und uns zu Gemüte führen, wie damals die Menschen ihr Jahr beschlossen.

Üblicherweise endete das Jahr für die Menschen der Renaissance und des Barock am 25. Dezember. Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass jedoch auch Gebiete bekannt sind, die schon am 21. oder 24. Dezember das Jahr enden ließen. Genauso uneinheitlich war auch der Jahresbeginn, der jedoch nicht wie zu erwarten am Folgetag des Jahresendes begangen wurde, sondern meistenorts auf den 6. Jänner, dem Epiphanias-Tag, entfiel. Die Tage zwischen den beiden Daten wurden als „Zwischen den Jahren“, Raunächte oder auch Zwölfnächte bezeichnet und wurden im Volksglauben mit allerlei Mystik und Aberglauben assoziiert. Der Ursprung dieser Zeitspanne dürfte im Ausgleich zwischen Mond- und Sonnenkalender liegen, da zwischen den Beiden eine Diskrepanz von zwölf Tagen besteht.

Aber nun zurück zur eigentlichen Frage. Wieso also Silvester?
Als sich im ausgehenden 17. Jahrhundert der Gregorianische Kalender zunehmend durchsetze, wurde der Ruf nach einem einheitlichen Jahresbeginn laut und so legte der amtierende Papst, Innozenz XII, 1691 das Jahresende auf den Todestag des heiligen Silvester I. Eines Papstes, der am 31.12.335 n. Ch. in Rom gestorben war und als Schutzpatron der Haustiere und der guten Futterernte gilt. Außerdem dürfte sein Sterbedatum einfach unheimlich gut gepasst haben, da es genau in der Mitte der Raunächte lag. Und so kam Silvester zu seinem Namen, leider ganz ohne Looney Toons. Aber trotzdem, ein „Frohes Neues“ aus der Trift-Redaktion.

 

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