Wo es Bücherregale gibt, wird es auch Bücher geben

Edward Bernays ist uns eigentlich besser bekannt als Neffe von Sigmund Freud und Erfinder von Spiegeleiern und Speck. Weil der Vater der Public Relations derart weitreichenden Einfluss hatte, muss ich der Geschichte noch ein paar kurze Episoden anfügen:

"Billy" (via ikea.com)

“Billy” (via ikea.com)

Während Bernays in den 1930er Jahren für einige große Verlagshäuser arbeitete, versuchte er angesehene Personen der Öffentlichkeit zur Befürwortung der Wichtigkeit von Büchern für die Zivilisation zu bewegen. Daraufhin kam ihm die geniale Idee einfach einige evolutionäre Schritte zu überspringen und gleich Möbelhersteller zum verstärkten Einbau von Bücherregalen in die Stubenmöbel zu veranlassen. Seine Theorie war simpel: „Wo es Bücherregale gibt, wird es auch Bücher geben.“

Daneben ist Bernays verantwortlich dafür, dass Multiple Sklerose als MS seinen Platz im öffentliche Bewusstsein fand, proklamierte Zigaretten als Fackeln der Freiheit und Symbol weiblicher Emanzipation, um einige Jahrzehnte später für Anti-Rauch-Kampagnen zu arbeiten, und brachte den US-Kongress in den 1950er Jahren dazu, Milliarden US-Dollar in den Ausbau des Highway-Systems zu investieren.

Sein Einfluss ging so weit, dass sich auch Joseph Goebbels an Bernays Buch Crystallizing Public Opinion bediente um die antijüdische Propaganda im nationalsozialistischen Deutschland aufzubauen. Bernays, selbst Jude, äußerte sich in seiner 1965 erschienen Autobiographie wie folgt:

I knew that any human activity can be used for social purposes or misused for antisocial ones. Obviously the attack on the Jews of Germany was no emotional outburst of the Nazis, but a deliberate, planned campaign.

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