Zehn Minuten, sechs Fotos, 180.000 Pfund

Das Cover von Abbey Road – dem vielleicht besten Beatles-Album – war schon letzte Woche Thema einer Kontroverse, die uns tief in die Existenz von Paul McCartney führte. Dieser hatte übrigens auch die Idee zu dem Foto.

Ursprünglich war geplant das Album Everest anstatt Abbey Road zu nennen. Der Name leitete sich von der Zigarettenmarke des Toningenieurs Geoff Emerick her, auf deren Hülle die Silhouette des Mount Everest abgebildet war. Für das Coverfoto wollte man die Beatles zum Himalaya fliegen und dort fotografieren. Im Laufe der Arbeiten an dem Album stellte sich jedoch heraus, dass die Bandmitglieder dazu keine Lust hatten und es bequemer wäre, einfach vor die Tür zu gehen, dort ein Foto zu machen und das Album Abbey Road zu nennen.

Am Morgen des 8. August 1969 fertigten Paul McCartney und der schottische Fotografen Iain Macmillan ein paar Skizzen mit Coverideen an, danach gingen sie auf die Straße und Mcmillan fotografierte von einer Stehleiter aus die Beatles auf dem Zebrastreifen, während ein Polizist den Verkehr aufhielt.

Mcmillan machte sechs Fotos in zehn Minuten, Paul McCartney wählte eines davon aus, und der Fall war erledigt. Die Auswahl dürfte nicht so schwer gefallen sein, denn es gab nur ein Foto, auf dem sich die Beatles synchron bewegten und ausserdem schien es auf diesem Bild, als gingen sie von den Abbey Road Studios weg. Die Jahre zuvor hatten sie unglaublich viel Zeit in diesem Studio verbracht, was sich ändern sollte.

Letztes Jahr wurden Mcmillans sechs Originalfotografien des Covershootings für eine unglaubliche Summe von 180.000 Pfund versteigert. Dabei ist auch wieder ein Foto von Linda McCartney aufgetaucht, die ein paar Outtakes fotografierte, während die Beatles vor dem Studio warteten.

Übrigens wurde der ikonische Zebrastreifen in der Londoner Abbey Road 2010 unter Denkmalschutz gestellt und kann auf der offiziellen Homepage der Abbey Road Studios über eine Webcam beobachtet werden.

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