Zombies sind frischer

Ampulex compressa, die Juwelwespe (Wikimedia Commons / Axel Rouvin)

Ampulex compressa, die Juwelwespe (Wikimedia Commons / Axel Rouvin)

Während uns die Populärkultur vorgaukelt, Zombies wären halb-verweste Untote, zeigt uns Mutter Natur eine andere Version des Mythos vom seelenlosen Wesen, die nicht weniger gruselig ist: Die Juwelwespe verwandelt Schaben in willenlose Wesen, damit sie länger frisch bleiben.

Die Juwelwespe (lat. Ampulex compressa) besitzt ein einzigartiges und raffiniertes Brutverhalten. Zu ihrer Vermehrung bedient sie sich des Körpers von Kakerlaken. Die Kakerlaken, die rund sechs Mal so groß sind wie die Wespen, ahnen nicht, dass sie von einem kleineren Tier angegriffen werden könnten. Dies nutzt die Wespe für einen ersten Angriff aus, im Zuge dessen sie mit einem Stich zuerst die Vorderbeine ihres Opfers lähmt. Während die Kakerlake kurz ruhig gestellt ist, injiziert sie mit einem zweiten Stich ihr Gift gezielt in ein spezielles Hirnareal der Schabe. Diese bleibt anschließend zwar fortbewegungsfähig, zeigt jedoch weder Angriffs- noch Fluchtverhalten.

Die Wespe braucht die Kakerlake als Wirt für ihre Brut. Würde sie die Kakerlake töten, wäre sie erstens zu schwer, als dass sie transportiert werden könnte, und zweitens würde sie binnen 24 Stunden verwesen. Deswegen führt die Wespe ihr willenloses Opfer an einem Fühler in einen Unterschlupf, in dem sie dann ein Ei am Körper des Opfers ablegt. Die daraus schlüpfende Larve verzehrt ihr frisches, seelenloses Futter im Laufe einer Woche und verpuppt sich in den Überresten der Schabe. Vier Wochen später bricht aus der Schabe ein neuer Wespenräuber und schließt somit den “Kreislauf des Lebens”.

So schön ist die Natur! Da find’ ich persönlich einen Zombiefilm weniger gruselig.

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