Ab in die Kamera

Die Imago 1:1 an ihrem Stammplatz in Berlin-Kreuzberg (Assenmacher / wikimedia commons)

Die Imago 1:1 an ihrem Stammplatz in Berlin-Kreuzberg (Assenmacher / wikimedia commons)

Es heißt, Großformatkameras machen auch heute noch Aufnahmen mit höherer Maßgenauigkeit und wesentlich größerem Detailreichtum als Klein- und Mittelformatkameras. Dies sind wohl Gründe dafür, warum es der Physiker Werner Kraus und der Goldschmied Erhard Hößle für eine gute Idee hielten, eine riesige, begehbare Kamera zu bauen. Die beiden konstruierten einen raumgroßen Apparat, der als Kameragehäuse dient, eine spezielle Blitzanlage und die dazugehörige Optik mit entsprechend großer Brennweite. Das Imago 1:1 benannte Monstrum wurde 1972 fertiggestellt.

Die Imago 1:1 belichtet ihren Kamerainhalt auf Positiv-Umkehrpapier mit den Maßen 60x200cm. Als Susanna Kraus, die Tochter des Erfinders, die Kamera im Jahr 2004 reaktivieren wollte, musste sie sich erst einmal auf die Suche nach einem Hersteller für dieses spezielle Fotopapier machen, denn seit den 1980er Jahren stand die Kamera mangels verfügbarem Umkehrpapier still. Seit 2006 ist der Apparat wieder in Betrieb und erzeugt lebensgroße, schaurig-schöne, schwarzweiße Fotos der Personen oder Gegenstände, die sich vor der Linse/in der Kamera befinden.

Die Aufnahmen werden übrigens von der Person ausgelöst, die sich im Inneren der Kamera befindet. Während man sich selbst auf einer spiegelnden Oberfläche sieht, wird die gewünschte Pose eingenommen und abgedrückt. Es handelt sich also quasi um ein spektakuläres Selfie aus dem Bauch der Kamera.

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