Papst auch der Papst in den Papst?

Moderne Version eines Speibeckens bzw. Papsts in einer Gaststätte (hier auch als "kleines weisses Telefon" bezeichnet)

Moderne Version eines Speibeckens bzw. Papsts in einer Gaststätte (hier auch als “kleines weisses Telefon” bezeichnet)

Wer dachte, ein Papst sei nur der Pontifex Maximus zu Rom, der irrt. In der Sprache der Burschenschafter bezeichnet man als Papst bzw. Pabst oder Babst ein Speibecken. Da es in vielen Burschenschaften durchaus üblich ist, über den Durst zu trinken, besitzt die öffentliche Entleerung des Mageninhalts auch höhere Legitimität als in den meisten anderen gesellschaftlichen Bereichen. Die in den burschenschaftlichen Buden angebrachten Päpste bieten dementsprechend eine hygienische Möglichkeit bei Bedarf zu erbrechen.

Der erste Nachweis für die Verwendung von papsten zur Beschreibung des “Abgangs zur Toilette” stammt angeblich aus dem 16. Jahrhundert und verbreitete sich umgangssprachlich in Zusammenhang mit Erbrechen hauptsächlich in protestantischen Gebieten. Der Seitenhieb auf das Oberhaupt der katholischen Kirche scheint also keineswegs zufällig zu sein. Dass in manchen katholischen Verbindungen geluthert wird, verwundert daher kaum.

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