Der Schnabeldoktor

Pestmaske / Schnabelmaske / Rabenmaske / Pestschnabel (Deutsches Medizinhistorisches Museum Ingolstadt / Michael Kowalski)

Pestmaske (Deutsches Medizinhistorisches Museum Ingolstadt / Michael Kowalski)

Fast jeder hat die Maske der Pestdoktoren schon einmal gesehen: Mit langem Schnabel, großen Augen und unheimlichem Gesamteindruck. Was heute beim Karneval in Venedig zum Spass getragen wird, war ab dem 17. Jahrhundert eine beliebte Berufsbekleidung der Pestärzte.

Plague doctors wurden in der Regel von Städten oder Kommunen angeheuert, in denen die Pest schon schwer um sich gegriffen hatte, und behandelten, da sie von höherer Stelle bezahlt wurden, oft arme und reiche Menschen gleichermaßen. Es scheint auch so gewesen zu sein, dass viele Pestärzte entweder keine medizinische Ausbildung hatten, gescheiterte, erfolglose Ärzte waren, oder junge Doktoren, die versuchten, sich einen Namen zu machen.

Der Doktor Schnabel von Rom mit Pestschnabel und Flügelstock (Paul Fürst / 1656)

Der Doktor Schnabel von Rom mit Pestschnabel und Flügelstock (Paul Fürst / 1656)

Durch die hohe Übertragungsgefährlichkeit der Pest schützten sich viele medicos della peste mittels langer Umhänge, einer Maske mit langem Schnabel und glasversiegelten Augenöffnungen, sowie mit einem Stab. Der Schnabel war mit Kräutern oder Parfüms gefüllt, von denen man annahm, dass sie vor der Übertragung der Pest schützten – der Stab wurde verwendet, um sich aufdringliche Kranke vom Leibe zu halten, oder sie auch zu untersuchen, ohne sie berühren zu müssen. Dafür, dass Mikrobiologie damals noch nicht erfunden war, muss man wohl eingestehen, dass Maske und Anzüge extrem raffiniert und effektiv waren.

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