Sind die Röcke kurz, geht’s uns allen gut

Cover des "L'Officiel de la Mode", Ausgabe No 43, 1925

Cover des “L’Officiel de la Mode”, Ausgabe No 43, 1925

Schon Alan Greenspan wußte, dass man an Herrenunterwäsche erkennen kann, ob sich die Wirtschaftslage einer Region erholen wird oder nicht. Doch auch andere kleidungsbezogene Indizes geben Auskunft über Veränderungen der Konjunktur. So postulierte der US-Ökonom George W. Taylor im Jahr 1926, dass die Länge der von Damen getragenen Röcken und Kleidern in Phasen wirtschaftlichen Aufschwungs zurückgeht, und umgekehrt werden sie länger, wenn’s bergab geht.

Zwar ist die Rocksaumtheorie (engl. hemline index) kein offiziell anerkannter Wirtschaftsindikator, besitzt aber eine gewisse Verlässlichkeit. Anhand des Archivs des französischen Modemagazin L’Officiel wertete das National Bureau of Economic Research den Zusammenhang zwischen Wirtschaftslage und Rocklänge statistisch aus und kam zum Schluss, dass die Wirtschaftslage tatsächlich mit der Rocklänge korreliert. Allerdings mit einer Verzögerung von bis zu drei Jahren.

Ob der Indikator für zukünftige Entwicklungen funktioniert ist strittig. Immerhin ist Rock zu tragen heute doch nicht mehr jederfraus Sache.

Quellen

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