Bericht: Von der gemütlichen Tour zur Steilrinne

Dieser Beitrag wird uns von Stefan Winter präsentiert.
Manfred am Grat zwischen Riffel und Kreuzkogel

Manfred am Grat zwischen Riffel und Kreuzkogel

Angefangen hat alles am Faschingssamstag des Jahres 2010. Manfred Aster und ich hatten beschlossen eine gemütliche Tour in Richtung des Roßkars zu gehen (Das Roßkar liegt zwischen Kreuzkogel und Riffelspitz in der Reichensteingruppe). Nach einer kleinen Besprechung vor der Tour beschlossen wir keine Steigeisen mitzunehmen, da eigentlich keine größere Mission geplant war. Gesagt getan, starteten wir Richtung Roßkar.

Nach kurzem Aufstieg über die Forststraße, weiter übers Roßkar, standen wir auf dem Grat zwischen Riffel und Kreuzkogel. Das Wetter hätte nicht besser sein können, und die Lawinengefahr war auch nicht bedenklich. Kurzerhand beschlossen Manfred und ich unsere Tour auf den Riffelspitz zu verlängern. Die Entscheidung wurde natürlich nicht durch das Wissen beeinflusst, dass sich der Ausflug lohnen würde: In diese Richtung liegt die Oberst Klinke Hütte, und es fand gerade die legendäre Lahngangparty statt. Auch unsere Kameraden würden bereits auf der Bergrettungshütte (bei der Klinke Hütte) sein.

Die Schi auf den Rucksack geschnallt, starteten wir über die erste, etwas steilere Flanke in Richtung Gipfel. Schnell bemerkten wir, dass die Steigeisen doch nicht so schlecht gewesen wären. Wir wechselten uns immer wieder ab und hämmerten mit den Schischuhen einen Tritt nach dem anderen in die immer steiler werdenden Flanken des Roßkargrats.

 

Steile Flanke am Roßkargrat

Steile Flanke am Roßkargrat

Nach einigen bewältigten Wechten und Rinnen standen wir nun beim letzten Abschnitt vor dem Gipfel. Dieses nordseitig gelegene Stück, im Sommer ein Klettersteig, war mit Schnee und Eis bedeckt. Nach kurzer Absprache, und dem Ruf der nicht mehr fernen Biere, entschlossen wir, uns dieses vereiste Stück auch noch hinauf zu kämpfen.

Am Riffelspitz

Am Riffelspitz

Mit gutem Gefühl standen wir kurz nach Mittag auf dem Gipfel des Riffelspitzes und konnten uns schon auf die Abfahrt ins Eisloch freuen.

Bei der Einfahrt ins Eisloch, das Gefälle beträgt an steilsten Stelle 47 Grad, standen wir vor dem nächsten Hindernis: Ein kurzes, aperes Stück verhinderte das Einfahren in die steile Rinne. Was nun? Ohne viel zu überlegen nahm Manfred Anlauf und sprang mit den Schiern über dieses Stück in die extrem steile Rinne. Geschafft! Nach einigen motovierenden Worten wagte ich mich dann auch. Die Abfahrt war traumhaft und wir genossen die Schwünge im Firn.

 

Abfahrt durchs Eisloch

Abfahrt durchs Eisloch

Unsere Kameraden hatten uns natürlich von der Bergrettungshütte beobachtet und hießen uns mit einem Bier im Anschlag auf der Diensthütte willkommen. Aus der geplanten kleinen Tour wurde ein ausgefüllter Tourentag, den ich sicher nie vergessen werde. Danke Manfred für diesen super Tag!

 

 

 

Zusatz: Während unserer Abfahrt kam uns eine ca. 10-köpfige, geführte Gruppe entgegen. Von der Bergrettungshütte konnten wir beobachten, wie eine Dame aus dieser Gruppe bei der Abfahrt durch das Eisloch stürzte und ca. 250 HM im extrem steilen Gelände abrutschte. Zitat eines Kameraden dazu: “Do kenn‘ ma glei in Hubschrauber hoin“. Schlussendlich ging dieser Zwischenfall aber glimpflich aus. Die abgerutschte Dame hatte sich nur leicht verletzt und konnte ohne Hilfe und aus eigenen Mitteln abfahren.

Weiterführende Links

Comment this ...

(Your email address will not be published)