Was wurde aus… den Letzten ihrer Art? | #2 Komodowaran, Breitmaulnashorn und Kakapo

Zwischen 1985 und 1989 reiste Douglas Adams ausnahmsweise mal nicht per Anhalter durch die Galaxis, sondern für eine Radioserie gemeinsam mit dem WWF-Zoologen Mark Carwadine zu  besonders bedrohten Tierarten in aller Welt. Gute 30 Jahre später stellen wir uns die bange Frage: Was wurde aus den Letzten ihrer Art?

Komodowaran

Diese 3,5 m langen Echsen (eine völlig unpassende Größe für Echsen, wie Adams anmerkt) sind wirklich beeindruckende Biester, das kann ich bestätigen. Zwar bin ich den Viechern nicht in freier Wildbahn begegnet, aber immerhin im Zoo von Amsterdam, wo ein Waran vor unseren Augen gerade genüsslich das Gehirn aus dem Schädel eines toten Affen geschleckt hat – hm, lecker. Die Warane sind aber auch in anderer Hinsicht bemerkenswert, denn in mindestens zwei Fällen haben ihre Weibchen ohne männliches Zutun Nachwuchs bekommen. In Sachen unbefleckter Geburt sind die Komodowarane der Menschheit also schon mal um mindestens 100 % voraus. 

Trotzdem sind sie gefährdet, weil ihr Lebensraum zunehmend zerstückelt und zerstört wird und auch die Beutetiere auf den Inseln Flores, Komodo, Rinca und den beiden Gilis, auf denen die Warane leben, immer weniger werden. Aktuell soll es noch etwa 4000 der Tiere geben. 

Komodwarane trainieren für die Hauptrolle im nächsten Godzilla-Film (via geo.de)

Breitmaulnashorn

Das Breitmaulnashorn ist die größte lebende Nashornart. Es gibt zwei Unterarten: Das Südliche Breitmaulnashorn galt Ende des 19. Jahrhunderts bereits als ausgestorben, ehe doch noch 10 Tiere entdeckt wurden. Erfreulicherweise erhöhte sich der Bestand seit damals ständig und dürfte aktuell bei 20.000 Tieren liegen, auch wenn Wilderei zunehmend ein Problem ist. Weniger gut erging es der zweiten Unterart, dem erst 1908 erstmals beschriebenen Nördlichen Breitmaulnashorn. Das wurde nach seiner Entdeckung binnen Jahrzehnten von Großwildjägern beinahe ausgerottet. 1963 wurden die letzten etwa 1000 Tiere unter Schutz gestellt, der leider ähnlich wirksam war wie ein Kondom mit Beschleunigungslöchern.

Dass Nashörner das Pech haben, dass ihre Hörner in der TCM als Heilmittel gelten, wusste ich schon. Dass Nashorndolche im Jemen als Status- und Männlichkeitssymbol dienen, waren mir dagegen neu. Jedenfalls machten beide Faktoren sowie politisch instabile Verhältnisse in ihrer Heimat die Nashornwilderei so profitabel und einfach, dass heute nur noch 2 Exemplare dieser Art leben. Beide sind Weibchen. Das letzte männliche Nördliche Breitmaulnashorn starb am 19. März 2018. Derzeit wird versucht, Embryos aus eingefrorenen Spermien im Labor heranzuzüchten. Sollte das nicht klappen, werden wir hinter diese Art bald ein Kreuz machen müssen.

So sieht es aus, wenn Wilderer sich an einem Nashorn vergreifen (via images.ecosia.org)

Kakapo

Würde man es als Tierart aufs Aussterben anlegen, könnte man es kaum besser angehen als der Kakapo. Der paart eine komplizierte Fortpflanzung mit Flugunfähigkeit und fehlendem Fluchtinstinkt, weil es nämlich in Neuseeland vor Ankunft der ersten Menschen praktisch keine Raubtiere gab. Deshalb sind die Tiere neugierig statt scheu und bei Gefahr bleiben sie einfach am Boden hocken. Logische Konsequenz: 1994 gab es nur noch 47 von ihnen. Allerdings muss man den Menschen zu Gute halten, dass sie sich wirklich bemühen, damit die putzigen kleinen Vögel trotz ihrer suizidalen Lebensweise nicht aussterben. So werden die Tiere auf kleine Inseln angesiedelt, die vorher von Raubtieren wie verwilderten Katzen und Hunden befreit wurden. Mittlerweile gibt es wieder gezählte 147 Kakapos auf der Welt. Wir drücken die Daumen, dass du die Kurve kratzt, kleiner Vogel!

Dieser Kakapo hat wohl vergessen, dass er nicht fliegen kann (via panui.wordjot.com)

Im letzten Teil unserer Miniserie: Jangtse-Delfin, Rodrigues-Flughund und Fazit